Selbstbildnis von Paul Bereuter, der auf einem Stuhl sitzt und an einem Tisch in einem Raum mit gelben Wänden steht. Im Hintergrund sind einige Bilder an der Wand.

Vita

Paul Ferdinand Bereuter wurde am 10. November 1897 in Zürich geboren. Nach seiner Schulzeit besuchte er das Lehrerseminar in Küsnacht und erwarb das Zürcher Lehrerpatent.

1917 immatrikulierte er sich an der Universität Zürich und begann ein Studium der Zoologie an der Philosophischen Fakultät II. Bereits im selben Jahr entschied er sich jedoch gegen eine akademische Laufbahn und verliess die Universität ohne Abschluss.

Sein Interesse galt zunehmend der Kunst. Bereuter besuchte die Kunstgewerbeschule Zürich und vertiefte seine künstlerische Ausbildung während Studienaufenthalten in Paris, München und Breslau. Beruflich war er später als Zeichenlehrer an der Töchterschule der Stadt Zürich tätig. Parallel dazu entwickelte er über mehrere Jahrzehnte sein eigenes künstlerisches Werk.

1923 heiratete er in Paris Louba Kaplan, geboren 1898, polnische Staatsangehörige. Aus der Ehe gingen drei Kinder hervor. Louba Bereuter-Kaplan starb 1971.

Neben Zürich wurde das Tessin zu einem wichtigen Ort in Bereuters Leben. Während vieler Jahre hatte die Familie einen zweiten Wohnsitz in Minusio bei Locarno. Die südliche Landschaft, ihre Vegetation, das Licht und die Umgebung finden sich auch in seinem künstlerischen Werk wieder.

Bereuters malerisches Schaffen ist vielfältig. Es umfasst Landschaften und Gartenstücke, Porträts und andere figürliche Darstellungen, Stillleben, Tiermotive sowie religiöse Sujets. Neben der Malerei war er auch als Illustrator tätig. 1924 erschienen seine Illustrationen im Gedichtband «Amseli sing! – Mundartgedichte für die Jugend und ihre Freunde».

Paul Bereuter war mit seinen Arbeiten auch im damaligen Schweizer Kunst- und Ausstellungsgeschehen präsent. Aus den 1930er- und 1940er-Jahren sind verschiedene Ausstellungsbeteiligungen dokumentiert. 1932 war er mit einem Frauenporträt an einer Turnusausstellung des Schweizerischen Kunstvereins vertreten. Weitere Ausstellungskataloge dieser Zeit führen Werke von ihm ebenfalls auf. 1939/40 wurde im Kunsthaus Zürich unter anderem ein Stillleben von Paul Bereuter gezeigt. 1946 beteiligte er sich an der Ausstellung «1000 Jahre Hottingen» im Helmhaus Zürich.

Auch im höheren Alter blieb er künstlerisch tätig und offen für neue Eindrücke. 1974 und 1975 arbeitete er während Aufenthalten in New York, wo damals seine Tochter Esther lebte.

Paul Bereuter starb am 17. Oktober 1984 in Zürich. Er hinterliess ein umfangreiches und vielseitiges Werk, das sich über mehrere Jahrzehnte erstreckt und unterschiedliche Lebensorte, Motive und künstlerische Interessen miteinander verbindet.

Quellen:

  • Kunstarchiv: Paul Ferdinand Bereuter (1897–1984), Eintrag im Bestandsverzeichnis des Schweizerischen Kunstarchivs.

  • Universität Zürich, Universitätsarchiv: Matrikeledition der Universität Zürich 1833–1924, Bereuter Paul (Ferdinand), Matrikelnummer 25156.

  • Schweizerischer Kunstverein: Turnusausstellung des Schweizerischen Kunstvereins, Abteilung A, Ausstellungskatalog 1932.

  • Kunsthaus Zürich: Ausstellungskataloge und digitale Archivbestände mit Werken und Ausstellungsbeteiligungen von Paul Bereuter, u. a. «Zürcher Bildnisse und Gelegenheitsgraphik» sowie Ausstellung 1939/40.

  • Schweizerisches Institut für Kunstwissenschaft SIK-ISEA: «1000 Jahre Hottingen 946–1946. Kunstausstellung im Helmhaus zur Jahrtausendfeier Hottingen», Ausstellungskatalog, Zürich 1946.

  • Suter, Robert (Hrsg.): Amseli sing! Mundartgedichte für die Jugend und ihre Freunde. Mit Bildern von Paul Bereuter. H. R. Sauerländer, Aarau 1924.

  • Kunst in der Schweiz / Arte in Svizzera, Galleria l’Elicottero, Lugano, 1981.

  • Archives de Paris: Registre des mariages, 1923, Eintrag zur Eheschliessung von Paul Bereuter und Louba Kaplan.

  • Familienarchiv und Angaben der Nachkommen von Paul Bereuter.


«Das Französische kennt die Unterscheidung zwischen ‘touriste’ und ‘voyageur’. Voyageure meiden die ausgetretenen Pfade, sie erleben das Abenteuer des Sehens in den Wolkenkratzerschluchten Manhattans, aber auch am See in der Nähe, in den Wäldern vor der Stadt, sogar an einem Ei, das sich in der Unendlichkeit des Raums verliert. Hier das motorische Reisen, dort das geistige. Dass ihn das Bemühen um die Aneignung geistiger Räume auch zur biblischen Thematik zurückgeführt hat, überrascht nicht. Zu den genannten Arten des Reisens gesellt sich eine dritte Art. Der leidenschaftliche Zoobesucher Bereuter hielt sich wochenlang vor dem Käfig der schwarzen Panter auf. Sie beobachtend und zeichnend befreundete er sich mit den Tieren. Dann vergass er seine Skizzen und malte das unheimliche, faszinierende Bild «Schwarzes Pantherpaar», indem er die Tiere und sich selbst in ihr exotisches Ursprungsland zurückversetzte.»

Peter Killer

«Lueget emol, wien er lost. D’Ouge si offe, aber si luege nid, si lose mit, nach inne, alles an ihm lost. Er lost uf si Uftrag. Aer isch nid der Schöpfer vo däm, was do entschteit, sondern Wärchzüg vom ene Höchere. Mir chunnt do dr Afang vom ene Gebät usem 14. Johrhundert i Sinn mit em Titel «Ihr seid Christi Hände»: «Christus hat keine Hände, nur unsere Hände».

Simone Schenk, Pastoralassistentin Kirchgemeinde Hottingen, über Paul Bereuter. Aus ihrem Vortrag, gehalten am 5. Feb 1985, anlässlich des Hottinger Frauenzmorge.